Die Wendenschrift und das stumme "h"
Die Niederlausitzer Wenden nannten ihren traditionellen Brauch am 6. Januar, den Tag der Heiligen Drei Könige "Hoklapnica" (abklopfen). Und der Schmogrower Männerchor sang einst ein bekanntes Lied über diesen schönen wendischen Brauch in den Dörfern der Niederlausitz.
Hoklapnica mit einem stummen "h", wie auch im Französischen und deshalb richtig gesprochen (H)oklapnica.
Geschrieben wurde es bis in die 50iger Jahre Hoklapnica. Aber Bautzener Sorben und Domowina verunstalteten dann Schrift und Sprache der Niederlausitzer Wenden gegen deren Willen und führten das für viele (besonders für die Muttersprachler) unverständliche Schulsorbisch ein. So wurde auch auf einmal aus dem "h" vor dem o und u (Anlaute), ein "w". Z. B. hokno - wokno - Fenster, hutsoba - wutsoba - Herz, aber auch Hoklapnica - woklapnica.
Noch heute findet man es leider so, obwohl es für die Phonetik überhaupt nicht gut ist. Denn die meisten sprechen es dann auch ja so aus, es lesen. So eben auch Woklapnica und dies hört sich für einen Muttersprachler schlimm an.
Es wäre an der Zeit, endlich geschehenes Unrecht wieder gut zu machen und diese irritierende Schreibweise abzuschaffen. Einige engagierten Wenden schreiben schon seit Jahren wieder so, wie es einst ihre Vorfahren taten. Dazu gehören auch der wendische Förderverein für den Gebrauch der wendischen Sprache in der Kirche e.V. und der Unabhängige wendische Verband PONASCHEMU. Selbst in Polen begrüßt man diese Schreibweise und schreibt nun auch so. Aber auch Schüler einer Theatergruppe haben nun erkannt, dass es sich für sie einfacher lernt, wenn sie die "w"'s aus den Texten wegstreichen.
Schön, dass man auch auf Schmogrow.de Texte in der alten wendischen Schreibweise findet und Hoklapnica anstatt Woklapnica auf der Indexseite liest. So kann man diese Webseite auch immer wieder den Medien und Ämtern zur Info übers wendische Brauchtum empfehlen.
Sonntag, 22. Januar 2012 von Siegfried Malk
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